|
Schon seit langer Zeit hat Kuwait die Bedeutung der Schul- und Hochschulbildung für die soziale Integration erkannt. Denn sie gilt als äußerstes Mittel der Sozialisation der Kinder außerhalb des Familienlebens. Die Aneignung und das Niveau der Schul- und Hochschulbildung bestimmen die Chancen, die die Menschen später erhalten. Sie werden für die Gegenwart und Zukunft vorbereitet.
Die Gleichheit der schulischen Chancen steht an der Spitze der Menschenrechte, denn der effiziente soziale Lebensvollzug von Individuen und Gruppen ist von ihrer Erziehung abhängig. Davon ausgehend nimmt Kuwait auf sich, Allen freien Zugang zur Schul- und Hochschulausbildung zu gewähren. In der Elementarstufe, d.h. der Grund- und Mittelstufe, besteht gebührenfreie Schulpflicht. Es geht sogar weiter und stellt den Lernenden Unterrichtsmaterial und Hilfsmittel kostenlos zur Verfügung.
Bis vor kurzer Zeit konnten die Lernenden in allen Stufen Speisen und Bekleidung kostenlos bekommen. Diese zusätzlichen gebührenfreien Dienstleistungen wurden erst abgeschafft, nachdem alle Bürger in der Lage geworden sind, auf sie zu verzichten. Der Staat leistet bedürftigen Studenten immer noch finanzielle Hilfen, die ihren Bedarf decken. Ihre Familien werden während der Studienzeit davon befreit, für ihre Lebenshaltungskosten zu sorgen. Außerdem ist die Hochschulausbildung in Kuwait gebührenfrei.
Kindergärten und Schulen (1999/2000) |
Schulen |
Schüler |
Lehrer |
staatliche Kindergärten |
149 |
44152 |
3012 |
private Kindergärten |
73 |
15514 |
788 |
Kindergärten |
222 |
59666 |
3800 |
staatliche Grundschulen |
182 |
96587 |
7817 |
private Grundschulen |
87 |
43595 |
2539 |
Grundschulen |
269 |
140182 |
10356 |
staatliche Mittelschulen |
147 |
94058 |
8697 |
private Mittelschulen |
97 |
38846 |
2052 |
Mittelschulen |
244 |
132904 |
10749 |
staatliche Oberschulen |
118 |
73763 |
8810 |
private Oberschulen |
79 |
27041 |
1898 |
Oberschulen |
197 |
90804 |
10708 |
Kindergärten und Schulen in Kuwait |
932 |
423556 |
35613 |
Bekämpfung des Analphabetentums
Der Staat gibt den Analphabeten und älteren Menschen, die als Kinder oder Jugendliche keine Schulbildung genossen haben, neue Bildungschancen. Diese Politik führte dazu, dass der Prozentsatz des Analphabetentums in Kuwait in der Zeit zwischen 1970 und 1990 von 48.3% auf 13,5% sank. Der Prozentsatz der männlichen Analphabeten sank in der gleichen Zeitspanne von 33,1% auf 8,4%, der der weiblichen Analphabeten sank von 63,8% auf 22%. Die intensivierten Bemühungen zur Bekämpfung des Analphabetentums in Kuwait haben sich positiv ausgewirkt. 1993 sank die Zahl der Analphabeten eindeutig. So liegt der Prozentsatz des Analphabetentums im allgemeinen bei 11,5%; unter den Männern liegt er bei 5,5%, unter den Frauen bei 17,3%.
Qualifizierung der Behinderten
Der Staat schenkt der Qualifizierung der Behinderten große Aufmerksamkeit, um sie in die Gesellschaft zu integrieren. Anstatt ihnen - bloß aus Mitleid - Hilfe zu leisten, sollen sie lernen, wie sie sich selbst helfen und wie sie ihre Talente entfalten, um produktiv zu werden. Die Politik, sie in Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen aufzunehmen, beachtet ihre Verhältnisse und Fähigkeiten. Sie werden nicht mehr als Behinderte, sondern als eine Gruppe betrachtet, die besondere Bedürfnisse hat. Ihnen wird geholfen, die Nachteile der Behinderung zu überwinden, die latenten Kräfte und Talente zu entfalten und geeignete Chancen zu bekommen. Viele Absolventen von ihnen erfüllen in den Spezialbildungszentren soziale und Entwicklungsfunktionen, wie sie normale Menschen nicht besser erfüllen können. Der Staat bietet auch den berufstätigen Erwachsenen Bildungs- und Ausbildungschancen derart, dass das Studium nicht auf Kosten der Arbeitszeit geht.

|
|
Was die Dienstleistungen im Bereich der Hochschulbildung anbelangt, so verfügt Kuwait zur Zeit über zwei Bildungsinstitutionen, die den Bedarf des Landes an hochqualifizierten Arbeitskräften decken:
Die erste Bildungsinstitution ist die 1966/67 eröffnete Kuwaitische Universität, die als erste nationale Bildungsinstitution aus mehreren Seminaren und Abteilungen besteht. Am Anfang hatte die Universität nur die Naturwissenschaftliche und die Philosophische Fakultät. Anfang der 80er Jahre wurden ihr 9 Fakultäten angegliedert, die alle akademischen Fachrichtungen vertreten. Anfang des Studienjahres 1992/93 verfügte sie über 26 wissenschaftliche Abteilungen für theoretische Fachrichtungen und 19 Abteilungen für angewandte Fachrichtungen. An diesen Abteilungen studierten 14500 Studenten und Studentinnen aus verschiedenen Ländern. Die Zahl der kuwaitischen Studierenden betrug im gleichen Studienjahr 13900, d.i. 81% der gesamten Studierenden. 1985/86 betrug die Zahl der immatrikulierten Studenten und Studentinnen ca. 18200, von denen der Prozentsatz der Kuwaitis ungefähr bei 70 % lag. Daraus geht hervor, inwieweit sich die irakische Aggression auf die Zahl der ausländischen und immatrikulierten Studierenden auswirkte. Seit Eröffnung der Universität im Jahre 1966/67 bis Ende des Studienjahrs 1991/92 betrug die Zahl der Absolventen 31000, von denen der Prozentsatz der Kuwaitis bei 68% lag.
Die zweite Bildungsinstitution ist "die Allgemeine Organisation für angewandte Bildung und Ausbildung". Der tatsächliche Anfang ihrer Aktivitäten war 1972/73, als ein pädagogisches Seminar gegründet wurde, um Grundschullehrer und -lehrerinnen und Fachkräfte für zusammenhängende Bereiche, wie pädagogische Techniker und Bibliothekare, auszubilden. 1982 wurde beschlossen, eine Allgemeine Organisation zu gründen, um diese Bildungsinstitutionen zu beaufsichtigen und ihre Bildungs- und Ausbildungsprogramme zu entwickeln. Diese Allgemeine Organisation rief neue Fachrichtungen im Bereich der Bildung und Ausbildung ins Leben und verwandelte die viersemestrige Institute in achtsemestrige Fakultäten. Zur Zeit beaufsichtigt dieser Organisation vier anwendungsorientierte Fakultäten mit verschiedenen Fachrichtungen. Die Zahl der an den anwendungsorientierten Fakultäten immatrikulierten Studierenden betrug im Studienjahr 1992/93 12000 Studierende, 18% davon studieren an den technischen Fakultäten mit ihren Abteilungen für Maschinenbau, Ziviltechnik, Elektrotechnik und chemische Technik. Die übrige Zahl der Studenten ist auf Fakultäten der pädagogischen, Handels- und Gesundheitswissenschaften sowie auf Berufsausbildungszentren verteilt, die qualifizierte und halbqualifizierte Arbeitskräfte in verschiedenen Fachrichtungen ausbilden.
|